Die Adelsfamilie von Hammerstein zählt zu den ältesten Geschlechtern des niedersächsisch-westfälischen Raumes und wird bereits im 10. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Der früheste bekannte Vertreter war Graf Immed IV. von Hammerstein, ein mächtiger Grundherr am Mittelrhein, der durch die Heirat seiner Tochter Mathilde mit Herzog Otto von Sachsen in verwandtschaftliche Nähe zur ottonischen Dynastie gelangte. Mathilde von Hammerstein, eine Urenkelin König Heinrichs I., wurde später wegen ihrer Verwandtenehe kirchlich angeklagt – ein Vorgang, der die Familie früh in die Reichsgeschichte einführte.
Der Stammsitz, die Burg Hammerstein am Rhein bei Linz, war im Hochmittelalter ein bedeutender strategischer Punkt. Die Grafen von Hammerstein kontrollierten den Flussübergang und erhoben Zölle auf den Rheinhandel. Ihre politische Stellung beruhte auf Lehnsbindungen an das Erzstift Köln und die ottonischen Könige. Im 11. und 12. Jahrhundert besaß die Familie umfangreiche Ländereien im Rheinland, in der Eifel und im Siegerland.
Im Verlauf des Mittelalters teilte sich das Geschlecht in mehrere Linien, von denen einige in Westfalen, andere in Thüringen und Niedersachsen ansässig wurden. Später führten sie überwiegend den Rang von Rittern oder Freiherren, während die gräfliche Linie allmählich an Einfluss verlor. Im Dreißigjährigen Krieg kämpften Angehörige der Familie auf verschiedenen Seiten, was ihre Besitzungen weiter schwächte.









