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Chinesischer Adel

Chinesischer Adel Titelbild

    Zhōulǐ

    In China durchlief der Adel im Kaiserreich einen Wandel, der sich über mehrere tausend Jahre hinzog. Schon früh entwickelten sich ein Feudalsystem und letztendlich ein staatliches System, welches, wie auch in Europa später, die kulturellen und sozialen Strukturen des Reiches stark beeinflusste. Ungeachtet von diesen Umwälzungen blieben einzelne Strukturen erhalten. Dazu gehörten das Patriarchat und die Ordnung der Erbfolge.

    Die soziale Macht des Adels wurde in China jedoch erst mit der Abschaffung des Kaiserreichs aufgehoben. Das chinesische Adelssystem entstand im 1. Jahrtausend v. u. Z, während der Zhou-Dynastie. Konfuzius legte in einer seiner Schriften das System des Ahnenadels der Zhou-Dynastie dar. Diese wurde die Basis für das System der chinesischen Adelsstufen, welches sich von dort an stetig weiterentwickelte und bis heute besteht.

    Das Zhōulǐ-System teilt nicht nur die sogenannten “zhū hóu”, also die Adligen, sondern auch die nicht-adligen Stände in ihre jeweiligen Schichten ein, und zwar in die “shù mín”, also Bürgerliche, in “shi”, die Freien, die Beamten “dà fū” und schließlich die “qīng, welche die Minister sind.

    Chinesische Titel

    Chinesischer Adel Beitragsbild

    Als „wáng“ wurde in der Zeit der Zhou-Dynastie vom 10. bis 2. Jh. v. u. Z. der jeweilige Regent des chinesischen Reiches tituliert. Zur Zeit der Qin-Dynastie ließ man jedoch die alten Adelstitel abschaffen. Dazu gehörte auch der Wang-Titel. Während der Han-Dynastie galt er jedoch nach dem des Huangdi als der höchste Adelstitel. Ursprünglich hatten Vertraute des huangdi das Amt des wang inne. Erst nach der ersten Rebellion gegen die Han wurde dieses nur noch von Angehörigen des Han huangdi ausgeübt. Der Titel wird in der Regel bis zur Zhou-Dynastie mit dem des Königs übersetzt und später dann mit dem des Prinzen, obwohl er kein echter Verwandter des Huangdi-Throns ist.

    Der Titel des “gōng” galt als die höchste Ebene der Fürsten des Feudalstaates vom 10. bis 7. Jahrhundert v. u. Z. und beschreibt diejenigen, die in den Frühlings- und Herbstannalen die Herrschaft über ihre Fürstentümer erlangten. Von der Han-Dynastie an stellte der Titel „gong“ den zweithöchsten Adelstitel nach „wang“ und „huangdi“ dar. Gongs nahmen selten direkte feudale Machtfunktionen wahr. Sie wurden normalerweise zu Höflingen im Herrschaftsbereich des damaligen Herrschers degradiert. Heute wird der Titel oft mit “Herzog” übersetzt.

    Der Begriff „gōngzǐ“ bezieht sich im Allgemeinen auf Fürstensöhne, während der des „gōngsūn“ für die Enkel von Fürsten benutzt wird. Auch heutzutage wird der Begriff noch als Höflichkeitsfloskel verstanden, mit der man teilweise Fremde anspricht. Nutzt man den Begriff jedoch abwertend, so lässt sich dies als “Neureicher” übersetzen, wobei er dem Ausdruck “Prinz” oder “Prinzessin” ähnelt. Mit Ausnahme der Frau des Huangdi werden alle weiblichen Mitglieder der kaiserlichen Familie auch “gōngzhǔ” genannt.

    Der Titel des “hóu” lässt sich mit dem des Markgrafen vergleichen, wird aber auch oft einfach mit “Fürst” übersetzt. Während der Han-Dynastie stellte er den einzigen Adelstitel dar, der auch an Personen vergeben wurde, die nicht der Familie der Huangdi angehörten. Gleichzeitig erfolgte eine Aufteilung der Hou in neunzehn Unterklassen, von denen die höchsten neun für Militärverdienste vergeben wurden. Die übrigen konnte man sich verdienen oder man kaufte sie einfach.

    Weitere Ränge beinhaltet die des “bó”, “zǐ” und “nán”. Der erstere (bó) lässt sich mit einem Grafentitel vergleichen, der zǐ-Titel mit dem eines Vizegrafen und der nán-Titel ähnelt dem eines Barons. Diese drei Ränge werden wegen ihrer mehrdeutigen Silben stets in Verbindung mit zusätzlichen Bezeichnungen verwendet, also mit dem Namen zusammen oder als vollständige Form des Titels. Nach der Zhou-Periode kamen sie aus der Mode und wurden 500 Jahre lang nicht mehr genutzt. Doch anschließend, zur Zeit der Nördlichen und Südlichen Dynastien, führte man sie wieder ein.

    Eine ganz besondere Stellung hat in China natürlich der Kaiser. Zunächst sprach man in diesem Zusammenhang von “huáng” und “dì”, von denen ersteres sich als “Götterkönig” oder “der Erhabene” übersetzen lässt und letzterer mit “Kaiser”. Die beiden Begriffe deuten in ihrer ursprünglichen Bedeutung darauf hin, dass der Kaiser Chinas als übermenschliches Wesen betrachtet wird.

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